Der MACD Indikator

Da ich bei vielen Chartanalyse den MACD Indikator verwende und eventuell nicht jeder Leser diesen kennt, soll dieser Artikel den – in Trendphasen – überaus nützlichen Indikator etwas erläutern. Die Abkürzung MACD steht für Moving Average Convergence/Divergence, was auf Deutsch soviel heißt wie Indikator für das Zusammen-/Auseinanderlaufen gleitender Durchschnitte.

Es gilt jedoch eine Grundregeln zu beachten: Der MACD ist ein Trendfolge-Indikator. Das bedeutet, dass der MACD nur in Trendphasen verwertbare Signale liefert. In Seitwärtsmärkten (also trendlosen Phasen) werden zwar viele Signale generiert, welche allerdings fast alle nur mit Verlust umsetzbar sind. Dazu ist weiter unten eine Grafik, welche das an einem realen Beispiel zeigt.

Dem MACD liegen drei exponentielle gleitende Durchschnitte (EMA) zugrunde. Diese drei EMAs haben die Perioden 12;26;9. Berechnet wird der MACD indem die EMA12 von der EMA26 subtrahiert wird. Das Ergebnis ist eine “schnelle Linie”. Danach wird auf der Grundlage der eben berechneten Werte ein exponentiell gleitender Durchschnitt mit der Periode 9 errechnet, auch “langsame Linie” oder “Triggerline” genannt.

Ein Kaufsignal ergibt sich, wenn die schnelle Linie die Triggerline von unten nach oben schneidet, ein Verkaufssignal wird generiert wenn die schnelle Linie die Triggerline von oben nach unten schneidet.
Desweiteren wird der MACD oftmals mit einem sogenannten Histogramm angezeigt. Dieses Histogramm stellt den Abstand beider Linien voneinander dar und besteht aus einer Reihe von Balken. Je höher die Balken, desto größer ist der Abstand der beiden Linien voneinander, was einen besonders starken Trend signalisiert. Bei zu großem Abstand kann es allerdings auch auf eine mögliche überkaufte/überverkaufte Situation hindeuten.

Man kann den MACD auch ausschließlich mit dem Histogramm lesen, was eindeutiger ist, denn manchmal ist es schwer zu erkennen ob sich die Linien bereits geschnitten haben oder nicht. Das Histogramm hingegen zeigt die aktuelle Situation eindeutig an: sind die Balken ausgehend von der Nulllinie im Indikator im negativen Bereich, so liegt ein Abwärtstrend vor, bei Balken im positiven Bereich ein Aufwärtstrend.
Ein Signal wird dann generiert, wenn das Histogramm die Nulllinie entweder vom negativen in den positiven Bereich überschreitet (Kaufsignal) oder vom positiven in den negativen Breich (Verkaufssignal).

Hier ein Beispiel für eine trendlose Phase. Würde man jedes Signal des MACD traden, so hätte man wohl auch ohne Handelsgebühren einen Verlust:

zum Vergrößern bitte zweimal klicken

Hier ist ein Kaufsignal mit anschließender Rallye zu sehen:

zum Vergrößern bitte zweimal klicken

Alles in Allem ist der MACD ein sehr nützlicher Indikator wenn man sich in einer Trendphase befindet, mit einer sehr hohen Trefferquote. Da die Charttechnik generell besser funktioniert je mehr Menschen nach ihr handeln (siehe: Was ist Chartanalyse eigentlich?) kommt dem MACD seine Popularität zugute. Dank seiner großen Anwenderzahl, werden die Signale wesentlich besser umgesetzt als bei unbekannten Indikatoren.
Zwar liefert der MACD meistens gute Ein- und Ausstiegspunkte. In die Zukunft kann dieser Indikator allerdings nicht sehen, es wird also nicht wirklich ersichtlich wann ein Trend dabei ist zu kippen oder sich verlangsamt. Dies ist u.U. Divergenzen mit anderen Indikatoren zu entnehmen.

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