Steigende Dreiecke

Steigende Dreiecke (oder auch bullishes Dreieck genannt) sind eine Fortsetzungsformation im Aufwärtstrend. Nach dem Ausbruch aus dieser Formation läuft der Kurs in die Richtung von vor dem Dreieck weiter, setzt seine Aufwärtsbewegung also fort. Ein steigendes Dreieck besteht aus einer horizontalen Linie auf der Ober- und einer steigenden Trendlinie auf der Unterseite. Diese Trendlinie kann sowohl die Trendlinie des langfristigen Aufwärtstrends, als auch eine im Sekundärtrend entstandene Linie sein.


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Der obige Chart zeigt ein viermonatiges steigendes Dreieck im Dax, entstanden im Sommer 2010. Der deckelnde horizontale Widerstand wurde vier Mal getestet und ist dementsprechend stark. Gleichzeitig gab es mehrere Higher-Lows, aus deren Verbindung sich die Aufwärtstrendlinie ergibt. Anfang Oktober brach der Dax dann mit einem Up-Gap über die horizontale Linie aus. Damit wurde die Formation abgeschlossen und ein starkes Kaufsignal generiert. Die Umsätze sind zwar nicht explodiert, dennoch zeigt sich ein leicht erhöhtes Volumen am Tag des Ausbruchs.

Der Dax befand sich noch mitten in der im März 2009 begonnenen Rallye, war also in einem intakten Aufwärtstrend. Somit war die Grundvoraussetzung für eine Fortsetzungsformation, wie es steigende Dreiecke sind, gegeben. Der Übersicht halber habe ich nicht den gesamten Trendverlauf in den Chart aufgenommen, lediglich die mit dem Ausbruch fortgesetzte Aufwärtsbewegung.

Wie bei fast allen Chartformationen ergibt sich auch hier das rechnerische Mindestkursziel aus dem höchsten Abstand in der Formation (also ganz am Anfang) addiert zum Ausbruchslevel. Der zeitliche Horizont entspricht dabei in der Regel ca. der Länge des Kursmusters, in diesem Falle sollte das Kursziel (siehe orangene Linien) also nach etwa vier Monaten erreicht werden. Ausgehend vom Ausbruch im Oktober 2010 war dies auch ziemlich genau der Fall, seinen vorläufigen Höchststand erreichte der Dax im Februar 2011 – also vier Monate nach dem Abschluss der Formation. Wie bei allen Dreiecks- und Wimpelformationen findet der Ausbruch aus dem Kursmuster in der Regel nach etwa 2/3 der Länge der Formation statt. Auch dies ist im obigen Chart gut zu sehen.

Psychologisch lassen sich aufsteigende Dreiecke relativ simpel erklären: kein Aufwärtstrend kann unendlich lange durchgängig steigen. Ab und an werden zwingend Konsolidierungsphasen auftreten. Beim aufsteigenden Dreieck zeigt sich der Konsolidierungsdruck dadurch, dass keine neuen Higher-Highs ausgebildet werden, stattdessen scheitert der Kurs immer wieder an einer horizontalen Linie. Gleichzeitig bildet sich eine Reihe von Higher-Lows aus – diese beiden Tatsachen (keine Lower-Highs, dafür aber Higher-Lows) zeigen, dass nach wie vor viel Kaufdruck im Markt ist. Dieser entlädt sich dann nach ca. 2/3 der Formation durch einen Ausbruch über die horizontale Begrenzung auf der Oberseite, ein Higher-High ist die Folge. Nun ist der Weg frei für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends.

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