Wochenend-Chartanalyse vom 27.11.2011
blauer Pfeil: wahrscheinliches Szenario
grauer Pfeil: alternatives und/oder weiterführendes Szenario
Dax: Tageschart seit 29.03.2011

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Die Prognose vom letzten Wochenende wurde perfekt umgesetzt. Die wichtige Unterstützung bei 5.750 Punkten wurde gebrochen, es folgte ein Abverkauf bis 5.400 Punkte und anschließend eine Erholung bis 5.520 Punkte. Insgesamt hat der Dax in der vergangenen Handelswoche fünf Prozent verloren, in der Spitze waren es sogar mehr als sieben Prozent.
Nach dieser verlustreichen Woche ist mit einer kleinen Erholung zu rechnen, welche bis ca. 5.600 Punkte laufen könnte. Damit wäre auch ein Pullback in den Bereich des Ausbruchslevels (5.570 Pkt.) abgearbeitet. Hier sollte der Dax allerdings wieder drehen und in Richtung seines Tiefs bei knapp 5.000 Punkten laufen. Dabei würde auch das noch offene Gap bei gut 5.215 Punkten geschlossen (violettes Rechteck). Der Trend ist zwar eindeutig abwärts gerichtet, dennoch ist klar dass der aktuelle, sehr steile Abwärtstrend nicht lange gehalten werden kann.
Unterstützungen finden sich nun bei 5.365 und dann erst im Bereich um 5.000 Punkte. Auf Widerstände trifft der Dax bei 5.520 (23% Retracement), 5.750 und bei etwa 6.120 Punkten. Sobald die EMA50, die SMA20 und der Widerstand bei 5.570 Punkten überwunden werden kann, wäre Platz bis 6.120 Punkte.
Dax: Stundenchart seit 17.10.2011, 9 Uhr

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Im Stundenchart wurde die seit September laufende gründe Aufwärtstrendlinie gebrochen. Der Anstieg vom Freitag sieht momentan nach nicht mehr als einem Pullback aus, allerdings waren die Verluste in der letzten Handelswoche so groß, dass von einer etwas weitergehenden Aufwärtsbewegung auszugehen ist. Sollte der Kurs über die gepunktete rote Trendlinie ausbrechen, so würde eine kleine inverse SKS-Formation vollendet, ein Anstieg bis ca. 5.600 Punkte dürfte sich anschließen. Viel mehr Platz nach oben ist in dem aktuellen bearishen Umfeld allerdings nicht.
Dax: Wochenchart seit März 2007

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Bereits mehrmals habe ich auf auf die besonders hohe Informationsdichte im Wochenchart (1 Kerze = eine Woche) hingewiesen. Vor allem die Bedeutung der EMA50 und die verblüffende Ähnlichkeit der beiden Hochpunkte 2008 und 2011 wurde schon ausführlich dargestellt. Artikel dazu finden sich beispielsweise hier und hier.
Nun zeigt sich aber noch eine andere Parallele zum Kursverlauf im Jahr 2008: auch damals wurde (wie schon 2003) ein langfristiger Trendwechsel mit dem nachhaltigen Bruch der weekly EMA50 eröffnet. Sowohl 2008 als auch 2011 folgte nach dem Ausbruch ein Pullback an die EMA50, in 2008 setzte sich der Abwärtstrend fort bzw. nahm erst richtig Fahrt auf. Diese beiden Pullbacks habe ich jeweils mit einem eingekreisten roten Pfeil gekennzeichnet. Sollte sich dieser Verlauf wiederholen, so könnte sogar das Tief aus März 2009 bei ca. 3.590 Punkten unterschritten werden.
Mit der letzten Wochenkerze ist der Dax zusätzlich aus seiner Flaggenformation ausgebrochen (roter Trendkanal). Sollte sich dieses Chartbild bestätigen, dann hätten wir erst ca. die Hälfte der Abwärtsbewegung gesehen, denn das rechnerische Kursziel dieser Formation liegt fast punktgenau bei 3.590 Punkten – also dem Märztief aus 2009, dem Wendepunkt des letzten Bärenmarktes. Man sieht also, nicht nur der Verlauf des Crashs 2008/2009 ähnelt dem aktuellen Kursverlauf, auch das aktuelle Kursziel stimmt genau mit dem letzten Tief überein. Selbstverständlich heißt das noch nicht, dass sich die Geschichte so wiederholen muss – sehr auffällig ist es aber allemal und in meinen Augen spricht fast nichts gegen diesen Verlauf.
Wer sich noch an meinen Artikel Dieses Mal ist alles anders… erinnert dem wird aufgefallen sein, dass es auch im Dow Jones fast schon unheimliche Parallelen zum Kursverlauf der Jahre 2008 und sogar 1929 gibt.
EUR/USD: Tageschart sei 29.03.2011

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Wie erwartet fiel EUR/USD in der letzten Handelswoche weiter nach unten, auch wenn das Kursziel von 1,3340 deutlich unterschritten wurde. Der bullishe Keil wurde nach unten aufgelöst und damit ein Verkaufssignal generiert.
Nun steht ganz klar der Support bei 1,3143 im Fokus. Aufgrund der für Devisen deutlichen Verluste in der vergangenen Handelswoche (insgesamt -2,1%) ist hier allerdings mit einer technischen Gegenreaktion zu rechnen. Dabei könnte es nochmal um etwa 170 Pips bis 1,34 nach oben gehen. Übergeordnet bleibt die Trendrichtung aber klar abwärtsgerichtet, unter 1,3143 rückt der nächste Support bei 1,2875 ins Blickfeld. Ein wirkliches Kaufsingnal würde sich erst über 1,3840 ergeben, bis dahin befindet sich EUR/USD quasi im charttechnischen Niemansland.
Dow Jones: Tageschart sei 29.03.2011

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Das war nichts. In der vergangenen Wochenend-Chartanalyse ging ich von im Dow Jones von einem volatilen Anstieg bis etwa 12.200 Punkte aus. Als Alternativszenario, welches mit dem Bruch der EMA50 eingeleitet wäre, habe ich zwar weitere Verluste in Richtung 11.000 Punkte angegeben – zufrieden kann ich mit der Umsetzung der Prognose allerdings nicht sein.Wie alle anderen großen Aktienindizes musste auch der Dow Jones in der verkürzten Handelswoche (Donnerstag Thanksgiving) deutliche Verluste einstecken, per Wochenschluss sind es gut 4,7 Prozent.
Aktuell befindet sich der Dow Jones in einem steilen Abwärtstrendkanal, welcher aufgrund seines Winkels allerdings nicht lange gehalten werden kann. In der nächsten Woche ist ersteinmal mit einer kleinen Erholung zu rechnen, welche etwas bis in den Bereich 11.500 Punkte führen dürfte. Grundsätzlich sollte man sich eher nach unten orientieren, weshalb es nach diesen Kursgewinnen in Richtung 11.000/10.930 Punkte gehen sollte. Sobald diese Marke durchbrochen ist sind weitere Verluste bis 10.600 Punkte wahrscheinlich.
Aufhellen würde sich das Chartbild erst bei Kursen über 11.715 Punkten. Kurz davor lauern mit der EMA50 und dem 50% Retracement allerdings noch zwei Widerstände, weshalb ich einen Ausbruch über 11.715 als eher unwahrscheinlich ansehe. Wie bereits weiter oben in diesem Artikel erwähnt sollte man die Charts aus Dieses Mal ist alles anders… im Hinterkopf behalten.
Fazit:
Letztes Wochenende schrieb ich: “Sowohl im Dax als auch im EUR/USD ist eher mit Verlusten in der nächsten Handelswoche zu rechnen, wobei die Situation beim Dax am kritischsten ist.” Exakt das ist eingetreten und meine seit Wochen bearishe Haltung hat sich in den vergangenen Tagen weiter bestätigt. Alle Überoptimisten, welche während der Rallye Mitte/Ende Oktober bereits einen neuen Bullenmarkt ausriefen haben sich gründlich verschätzt. Vor allem die langfristigen Charts mahnen zu besonderer Vorsicht, doch auch auf der kurzfristigeren Ebene sieht es alles andere als rosig aus. Kleinere technische Erholungen werden wohl nur Strohfeuer sein und lediglich eine Pause im Abwärtstrend darstellen.