
S&P 500, technische Analyse, 30.10.2011

Nasdaq 100, technische Analyse, 30.10.2011
Der S&P 500 ist diese Woche in die Danger Zone zwischen 1260 und 1300 Punkte vorgerückt und die Price Action gibt keinen Anlaß zur Vermutung, daß hier Schluß sein könnte. Der Nasdaq 100 verliert weiterhin relative Stärke zum S&P und konnte das sein Hoch aus dem Juli bisher noch nicht überwinden.
Das Volumen liegt in beiden Indizes leicht über dem Durchschnitt der letzten zehn Wochen. Das OBV sieht ziemlich stark aus.
Momentan sieht es nicht so aus als könnte den S&P irgendetwas aufhalten. Das nächste Ziel wären 1370 Punkte, entsprechend dem Jahreshoch. Eine Konsolidierung ist allerdings überfällig. Im Nasdaq ist ein Überschreiten des Juli-Hochs jederzeit möglich.
Insgesamt mag ich den Markt im Moment nicht, deshalb bleibe ich vage. Weiter unten schreibe ich etwas mehr dazu.

S&P 500, Marktbreite, 30.10.2011
Hier sieht alles gut aus; die beiden wichtigen Marktbreiteindikatoren konnten deutlich nachziehen.

Stock market CheatSheet, 30.10.2011
Auch im CheatSheet sieht die Marktbreite deutlich besser aus als letzte Woche noch. Nur noch 73 von 1003 Aktien liegen über die letzten drei Monate 25% oder mehr im Minus und 393 Aktien haben innerhalb der letzten 34 Tage 13% oder mehr zugelegt. Die 10-Tagesratio der +/-4% Mover scheint sich im bullishen Bereich zu stabilisieren.

Bullish Percent Indikator, S&P 500, daily high/low, 3/3%, 30.10.2011
Alle Bullish Percent Charts sind mittlerweile deutlich im überkauften Bereich, auch der hier gezeigte langfristige 3-3% Indikator. Das Risiko im Markt ist gestiegen, aber solange es kein Reversal in eine Reihe O’s gibt, ist die Ansage klar bullish.
Im Chart Pattern Indicator hat sich nichts getan. (Der CPI und die anderen Bullish Percent Charts gibt es hier.)

Anteil der S&P 500 Aktien über ihren jeweiligen 20/50/200-Tages SMA, 30.10.2011
95% der Aktien im S&P, d.h. etwa 475, liegen über ihrem 20-Tagesdurchschnitt, fast ebensoviele über ihrem SMA(50). In anderen Worten: der Markt ist maximal überkauft.

Börsen-Momentumindikator, 30.10.2011
Das Bild hat sich im Vergleich zur letzten Woche deutlich aufgehellt. Zwar liegt der BMI immer noch unterhalb seines fallenden gleitenden Durchschnitts und unterhalb der 1,000-Marke, aber alles ist relativ nahe beieinander. Bis der Durchschnitt dreht, wird es in jedem Fall noch einige Wochen dauern.

Relative Stärke internationaler Märkte, 30.10.2011
Die großen US-Indizes behaupten sich weiter an der Spitze der Tabelle; auch die Anzahl an Indizes über ihrem jeweiligen 26-Wochendurchschnitt ist deutlich größer als letzte Woche noch (passend zum erholten Bild im BMI). Abgeschlagen die europäischen Börsen und vor allem der deutsche Technologieindex.
Zusammenfassung
An den US-Märkten scheint es im Moment unaufhaltsam nach oben zu gehen. Bis der S&P sein Jahreshoch erreicht scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein; ebenfalls ist ein neues Hoch im Nasdaq in greifbare Nähe gerückt. Die meisten meiner Indikatoren und Tools haben mittlerweile von bearish auf bullish gedreht.
Trotzdem gefällt mir der Markt nicht. In der heutigen Sentix-Analyse hat das mittelfristige Sentiment als vorauslaufender Indikator im DAX ein neues 52-Wochentief markiert. Sentiment und Kurs driften völlig auseinander; ähnliches gilt für die US-Märkte. Einen Chart aus der Analyse habe ich in meinem Blog gepostet.
(Wer Sentix nicht kennt, dem sei es wärmstens empfohlen: anmelden, jeweils Freitag an einer kurzen Umfrage teilnehmen und spätestens am Montag hat man eine geniale Auswertung zum Sentiment in verschiedenen Märkten im E-Mail Postfach.)
Wie gesagt, der Markt mag im Moment steigen (und das nicht zu knapp), aber irgendetwas stimmt hier gewaltig nicht und solange bleibe ich flat und gucke mir das ganze einfach an. Es gibt wesentlich schlimmeres als einen Trade zu verpassen.