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Archiv für September 2011

Nach bestem (Un-)wissen und Gewissen

30. September 2011 6 Kommentare

Gestern wurde im Deutschen Bundestag über die Erweiterung der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität abgestimmt. Mit 523 “Ja” Stimmen, 85 “Nein” und drei Enthaltungen wurde die Vergrößerung angenommen. Obwohl das Parlament auf ein Mitbestimmungsrecht in dieser wichtigen Frage gedrängt hat, scheinen es viele Abgeordnete nicht für nötig gehalten zu haben, ein paar Basisinformationen über die EFSF einzuholen. Wie das geht ist mir schleierhaft, denn es reicht einmal am Tag Nachrichten zu gucken oder Zeitung zu lesen, um zu wissen worüber abgestimmt wird.

Das ARD-Magazin Panorama hat ein paar Abgeordnete zu grundlegensten Daten der vergrößerten EFSF befragt – mit erschreckendem Ergebnis:

Hier noch ein Artikel, der sich mit dem Wissen und vor allem Unwissen so mancher Politiker auseinandersetzt: Politiker: maßlose Selbstüberschätzung, oder einfach nur dumm?

Kategorien:Aktuelles, Uncategorized

Live-Trading: Verkauf Dax Put zu 29,95€ | Gewinn: 7%

30. September 2011 Hinterlasse einen Kommentar

Verkauf des gestern gekauften Dax-Shorts zu 29,95 Euro, was einem Gewinn von 7 Prozent entspricht. Nicht schlecht für die paar Stunden. Es ist hauptsächlich ein Sicherheitsverkauf, weil ich den Rest des Tages nicht viel Zeit habe um den Markt im Blick zu haben. Übers Wochenende würde ich die Position ungerne halten. Ein aktueller Chart folgt später.

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Das ‘Live-Trading’ ist ausdrücklich keine Anlageberatung. Ich stelle unter dieser Rubrik lediglich Trades vor, die ich für aussichtsreich halte und gegebenenfalls auch in meinem eigenen Depot umsetzte.

Risikohinweise für ‘Live-Trading’

Kategorien:Live-Trading

Live-Trading: Kauf 2-fach gehebelter Short auf den Dax zu 28,12€

29. September 2011 1 Kommentar

Der Dax hat heute ein kleines Doppeltop ausgebildet, die Aufwärtsdynamik hat deutlich nachgelassen und auch das fallende Volumen bei steigenden Kursen sieht bearish aus. Daher wird ein 2-fach gehebelter Put auf den Dax zu 28,12€ gekauft. Die WKN des Scheins ist DE23B2. Ich erwarte zumindest einen Gap-Close bis ca. 5.400 Punkte im Dax.


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Die Daten des Knock-Out Zertifikats:

  • Hebel: 2,01
  • Basispreis: 8.447,27
  • Knock-Out: 8.280
  • Laufzeit: 30.12.2099
  • Kaufkurs: 28,12€
  • WKN: DE23B2

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Das ‘Live-Trading’ ist ausdrücklich keine Anlageberatung. Ich stelle unter dieser Rubrik lediglich Trades vor, die ich für aussichtsreich halte und gegebenenfalls auch in meinem eigenen Depot umsetzte.

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Live-Trading: Verkauf Short auf Dt. Bank zu 1,92€ | Verlust: 1 Prozent

28. September 2011 Hinterlasse einen Kommentar

Der Short auf die Deutsche Bank wird jetzt schon wieder verkauft, da sich die erwarteten Gewinnmitnahmen nicht einstellen. Im Intradaychart zeigt sich keine deutliche relative Schwäche zum Dax, ein eher bullishes Zeichen. Um 14.30 Uhr kommen zudem wichtige Wirtschaftsdaten aus dem USA, bis dahin würde ich den Schein ungerne halten. Daher jetzt der Sicherheitsverkauf zu 1,92€ was bei einem Kaufkurs von 1,94€ einem Verlust von gut einem Prozent entspricht.

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Das ‘Live-Trading’ ist ausdrücklich keine Anlageberatung. Ich stelle unter dieser Rubrik lediglich Trades vor, die ich für aussichtsreich halte und gegebenenfalls auch in meinem eigenen Depot umsetzte.

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Live-Trading: Kauf 1,48 gehebelter Short auf Dt. Bank zu 1,94€

27. September 2011 1 Kommentar

Die Aktie der Deutschen Bank hat in den letzten beiden Handelstagen 25,5 Prozent an Wert gewonnen, dabei wurde heute ein knapp vier Prozent großes Up-Gap gerissen. Ich gehe nun von kurzfristigen Verlusten in der Aktie aus, da einige Anleger diese Rendite in nur zwei Tagen sicherlich zu Gewinnmitnahmen nutzen werden. Daher wird ein 1,48 gehebelter Short Knock-Out Schein mit der WKN DE5MZM gekauft. Ironischerweise ist die Deutsche Bank Emittentin dieses Scheins, man wettet also mit einem Produkt der Deutschen Bank gegen die Dt. Bank.

Hier der Chart der Aktie, ein Gap-Close entspräche ziemlich genau einer 50% Korrektur der letzten beiden Handelstage. Zudem ist der Kurs heute an der EMA50 abgeprallt.

1 Jahres Chart   http://profichart.godmode-trader.de/1019530

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Die Daten des Zertifikats:

  • Hebel: 1,48
  • Basispreis: 46,71€
  • Knock-Out: 44,4€
  • Laufzeit: 30.12.2099
  • Kaufkurs: 1,94€
  • WKN: DE5MZM

Wahrscheinlich wird diese Position nicht länger als einen Tag gehalten. Zu groß ist die Gefahr, dass die Aktien aus dem Bankensektor bei einer erfolgreichen Abstimmung zum ESM im Bundestag am Donnerstag stark zulegen.

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Wochenendanalyse, 26.09.2011

S&P 500 Technische Analyse, 25.09.2011

Nasdaq 100 Technische Analyse, 25.09.2011

Eine turbulente Woche, die sowohl im S&P als auch im Nasdaq die Konsolidierungsformationen aufgelöst hat. Ein neues bedeutendes Tief haben wir jetzt noch nicht gesehen und es wird spannend, wie der S&P das August-Tief antesten wird. Der Nasdaq hat noch viel Luft nach unten und angesichts der relativen Stärke zum S&P dürfte es hier erheblich schwieriger werden, die 2040er Marke zu erreichen, zumindest solange die Highflyer (vor allem AAPL, AMZN) nicht zu bremsen sind, die den ganzen Index hochziehen.

Das Volumen nimmt wieder gewohnte Muster an: steigend, wenn die Kurse fallen, rückläufig wenn sie steigen. Insgesamt wirkt es so, als hätte das Volumen insgesamt angezogen, was auch dazu paßt, daß sich die Konsolidierung auflöst.

S&P 500 Marktbreite, 25.09.2011

Die Marktbreite sieht ziemlich mies aus, da sowohl die A/D-Linie wie auch der durchschnittliche Drawdown der S&P 500 Aktien nahe am Tief notieren. Wenn sich der Markt weiter so verhält wie bisher und “gute Tage viel weniger gut sind als die schlechten schlecht,” dann machen wir hier trotz kleinerer Bounces bald neue Tiefs, was noch bearisher ist als die jetzige Situation.

Der untere Teil des Charts ist ein “neuer” Indikator, den ich mir die nächste Zeit ansehen werde. Im Prinzip betrachtet er das Volumen von steigenden Aktien (grüne Linie) und das von fallenden Aktion (rot). Details kann man hier nachlesen.

S&P 500 Chart Pattern Indicator, 25.09.2011

Der Chart Pattern Indicator ist bearish. Das Signal ist sechs Tage alt und damit valide.

Die Bullish Percent Charts mit kurzem Kommentar (keine spektakuläre Veränderung) poste ich hier. Ebenso den Chart mit dem Anteil an Aktien über ihrem 20/50/200-Tagesdurchschnitt.

MSCI World Index und BMI, 25.09.2011

Hier geht es weiter mit dem Downtrend: der BMI markiert den tiefsten Wert seit Anfang 2009. Ein Blick auf den MSCI World Index zeigt, daß dieser ein neues Tief markiert hat. Die relative Stärke aller 50 Indices, die den BMI ausmachen, liegt mittlerweile unter 1,000, was bedeutet, daß kein einziger Index mehr über seinem 26-Wochen SMA notiert. Hier ist definitv keine Bodenbildung erkennbar.

Zusammenfassung

Endlich scheint dieses Auf und Ab der letzten Wochen ein Ende zu haben, nachdem der S&P und der Nasdaq ihre Formationen aufgelöst haben. Die meisten großen Indices sehen ziemlich malade aus, die Marktbreite ebenfalls und bisher ist kein Boden auszumachen. Meine Einschätzung vom 20. August bleibt daher immer noch aktuell:

“The market hasn’t seen the low, yet. Main targets are 1950 for the Nasdaq 100 and 1040 for the S&P 500 based on pure technical analysis. The only question I have is whether marekts will pause at recent lows or whether they will break straight through them.”

Kategorien:Analysen

Wochenend-Chartanalyse vom 25.09.2011

25. September 2011 4 Kommentare

Wochenend-Chartanalyse vom 25.09.2011

blauer Pfeil: wahrscheinliches Szenario

grauer Pfeil: alternatives und/oder weiterführendes Szenario

Dax: Tageschart seit 06.01.2011

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In der vergangenen Handelswoche ist der Dax bereits zum dritten Mal an der oberen Begrenzung des Abwärtstrendkanals gescheitert und stark eingebrochen. Grund dafür war vor allem die enttäuschende Rede Ben Bernankes am Mittwoch Abend. Am Freitag tauchte der Dax sogar bis an das Jahrestief bei 4.965 Punkten ab, konnte sich hier allerdings stabilisieren und eine starke intraday-Rallye hinlegen (siehe auch Stundenchart).

Der Abwärtstrendkanal läuft unaufhaltsam dem Jahrestief entgegen. Dementsprechend kommt langsam die spannende Phase, in der sich eine der beiden Linien durchsetzen muss: schafft der Dax den Sprung über die deckelnde Abwärtstrendlinie, an welcher er bereits drei Mal gescheitert ist, oder aber fällt das Jahrestief welchen bereits zwei Mal erfolgreich verteidigt wurde? Ich gehe von Letzterem aus, da die fundamentale Situation einfach zu schlecht für ein deutliches Kaufsignal ist.

Aufgrund des recht großen Gaps von über 2,5 Prozent (unteres Rechteck) könnte es allerdings zu einem – möglicherweise auch starken – Ausreißer nach oben kommen. Diese Bewegung dürfte allerdings nicht besonders stabil sein und dementsprechend ist in der kommenden Handelswoche das Jahrestief bei 4.965 Punkten klar im Fokus. Fällt der Dax hierunter, so wären weitere Verluste bis ca. 4.800 Punkte wahrscheinlich. Ein deutliches Kaufsignal würde erst bei einem Ausbruch nach oben aus dem Abwärtstrendkanal entstehen. Ziele wären dann 5.870 und 6.000 Punkte.

Bitte beachten, dass sich Angaben von Punkten bei Trendlinien und gleitenden Durchschnitten kontinuierlich verändern!

Unterstützungen:

- horizontaler Support bei 5.150 Punkten
- untere Trendkanallinie, aktuell bei ca. 4.890 Punkten
- Jahrestief bei 4.965 Punkten

Widerstände:

- SMA20 bei aktuell 5.412
- obere Trendkanalbegrenzung bei aktuell ca. 5.500
- Zwischenhoch bei 5.870 Punkten
- EMA50, aktuell bei 5.885 Punkten

Dax: Stundenchart seit 18.08.2011, 13 Uhr

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Die Prognose von letzter Woche im Stundenchart wurde fast genau getroffen: nach einem Rücksetzter bis ca. 5.340 sollte die obere Trendkanalbegrenzung in Angriff genommen werden, hier sollte der Dax scheitern und in Richtung 5.200 Punkte drehen. Exakt so ist es gekommen, allerdings wurde das Kursziel noch deutlich unterschritten. Gut zu sehen ist die Tagesschlussrallye vom Freitag. Hier machte der Dax in nur drei Stunden knapp 200 Punkte gut.

Nach einem erneuten Test des Jahrestiefs bei 4.965 Punkten ist nächste Woche eine Aufwärtsbewegung zu erwarten, welche maximal das Gap zwischen 5.288 und 5.430 Punkten schließt. Spätestens am oberen Ende des Trendkanals sollte der Dax wieder gen Süden drehen, andernfalls wären Kurse im Bereich von 5.860 und darüber 6.000 Punkten möglich.

Bitte beachten, dass sich Angaben von Punkten bei Trendlinien und gleitenden Durchschnitten kontinuierlich verändern!

Unterstützungen:

- horizontale Unterstützung bei 5.030 Punkten
- Jahrestief bei 4.965 Punkten
- untere Trendkanallinie, aktuell bei ca. 4.855 Punkten

Widerstände:

- horizontaler Widerstand bei 5.365
- obere Trendkanalbegrenzung bei aktuell ca. 5.495
- Zwischenhoch bei 5.650 Punkten
- Zwischenhoch bei 5.870 Punkten

EUR/USD: Tageschart sei 22.09.2011

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Auch im EUR/USD wurde die erwartete Bewegung vollzogen: Test der unteren Trendkanalbegrenzung, kurzes Aufbäumen und dann Anlauf auf die 1,3442. Mit 1,3389 wurde auch hier das Kursziel leicht unterschritten.

Für die kommende Handelswoche ist mit einer kleinen Erholung bis ca. 1,3550 zu rechnen, danach dürfte der Kurs wieder nach unten drehen und die 1,32 anlaufen. Bei einem nachhaltigen Bruch der Unterstützung bei 1,3442 befindet sich das Währungspaar EUR/USD im charttechnischen Niemansland und könnte aus technischer Sicht relativ schnell bis 1,30/1,2875 fallen – eingestreute Gegenbewegungen inbegriffen. Erst über 1,3837 würde sich die charttechnische Lage merklich entspannen.

Bitte beachten, dass sich Angaben von Punkten bei Trendlinien und gleitenden Durchschnitten kontinuierlich verändern!

Unterstützungen:

- im Bereich 1,3440 (horizontaler Support) bis 1,35 (Zwischentief vom 12.09.2011)
- psychologisch wichtige Marke bei 1,30
- horizontaler Support bei 1,2875

Widerstände:

- Zwischentief bei 1,3837
- SMA20 bei aktuell 1,3910
- psychologisch wichtige Marke von 1,40
- horizontaler Widerstand bei ca. 1,4065

Dow Jones: Tageschart seit 09.12.2010

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Wie erwartet hat der Dow Jones den Sprung über 11.555 nicht geschafft und ist mit Schwung nach unten gedreht. Ähnlich wie der Dax konnte sich auch der Dow Jones an seinem Jahrestief bei 11.600 Punkten fangen und am Freitag zumindest etwas zulegen. Mit dem Ausbruch aus der Flaggenformation wurde das in der letzten Analyse angesprochene Verkaufssignal ausgelöst, auch wenn das Jahrestief nicht im ersten Anlauf genommen werden konnte.

Unter 10.600 Punkten befindet sich der Dow Jones im charttechnischen Niemansland, der nächste Support liegt dann erst bei 9.940 Punkten. Sollte es zu neuen Jahrestiefs kommen, so könnten die Kurse schon bald vierstellig werden. Über 10.930 wäre mit einer kleinen Erholung bis höchstens 11.000 Punkte zu rechnen.

Bitte beachten, dass sich Angaben von Punkten bei Trendlinien und gleitenden Durchschnitten kontinuierlich verändern!

Unterstützungen:

- Jahrestief bei 10.597 Punkten
- psychologisch wichtige Marke bei 10.000 Punkten
- horizontaler Support bei 9.940 Punkten

Widerstände:

- horizontaler Widerstand bei 10.930 Punkten
- psychologisch wichtige Marke bei 11.000 Punkten
- Zwischentief aus März 2011 bei 11.555 Punkten
- EMA50 bei aktuell 11.268 Punkten
- Zwischenhoch bei 11.715 Punkten

Fazit:

Im EUR/USD und Dow Jones stehen die Zeichen eher auf Fortsetzung des Abwärtstrends, im Dax könnte es zu einer kleineren Erholung kommen, welche sich allerdings innerhalb des Abwärtstrendkanals abspielen würde. Auffällig ist das hohe Handelsvolumen im Dax und Dow Jones am Freitag bei einer gleichzeitig relativ kleinen Kerze. Dies ist ein Zeichen der Unsicherheit der Anleger und tendenziell eher bearish zu werten. In einem unsicheren Marktumfeld können auch leicht enttäuschte Erwartungen oder kleinere negativ-Nachrichten zu stärkeren Verlusten führen, weil die Marktteilnehmer einen zusätzlichen Verkaufsgrund haben und/oder ihr Risiko herunterfahren möchten.

Blutbad im Silber: -22 Prozent in zwei Tagen

24. September 2011 3 Kommentare

In den letzten beiden Handelstagen hat sich ein wahres Blutbad im Silbermarkt abgespielt: innerhalb von nur 28 Handelsstunden rauschte der Silberkurs um gut 22 Prozent nach unten. Solche Bewegungen gab es zuletzt Anfang Mai zu bestaunen, als Silber in nur fünf Handelstagen ca. 28 Prozent verlor. Dieser Crash folgte allerdings auf die beeindruckende Rallye, in der Silber seit Sommer 2010 ca. 170 Prozent gewann.

Das ist nun anders. Der Kurs befand sich zwar in einem Aufwärtstrend, allerdings verlief dieser nicht besonders steil und es gab immer mal wieder stärkere Rücksetzer. Dabei hat sich ein bearisher Keil gebildet (aufeinander zu laufende rote Trendlinien), weshalb aus charttechnischer Sicht zwar mit fallenden Kursen zu rechnen war, allerdings noch nicht jetzt und auch bei weitem nicht so drastisch.

1 Jahres Chart

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Diese Chance haben sich JP Morgan und die üblichen Verdächtigen natürlich nicht entgehen lassen und das allgemein bearishe Marktumfeld genutzt um der Abwärtsbewegung etwas mehr Schwung zu verleihen – mit Erfolg wie der obige Chart zeigt. Es lassen sich zwei Gründe finden, warum Silber fällt: zum einen hatten es die Veröffentlichungen von FED, IWF und Weltbank in dieser Woche in sich. Das globale Risiko einer Rezession ist stark gestiegen, die amerikanische Wirtschaft ist weiterhin am Boden und mit Deutschland fällt auch die Exportlokomotive Europas aus. Da Silber hauptsächlich ein Industriemetal ist, haben diese Aussagen natürlich auf die Stimmung geschlagen. Starke Verluste sind auch in anderen Industriemetallen zu sehen, beispielsweise Kupfer.

Der andere Grund ist zwar nur Spekulation, allerdings dennoch sehr wahrscheinlich. Wie bereits Ende August gab es heute Gerüchte, dass einige große Anleger derzeit Liquidität benötigen und deshalb teilweise Positionen schließen müssen. So soll es heute zur Zwangsliquidation von Beständen eines Hedgefonds im Gold-ETF GLD gekommen sein. Gründe für den Liquiditätsbedarf können beispielsweise schlechtere Möglichkeiten zur Refinanzierung sein (hier wären vor allem Banken betroffen) oder aber die Hinterlegung bestimmer Positionen mit mehr Liquidität, welche sich aktuell stark im Minus befinden.

Was auch immer die wahren Gründe sind – wahrscheinlich eine Mischung verschiedener Einflussfaktoren – die Erfahrung lehrt uns, dass die weitere Entwicklung im Silbermarkt nur schwer zu prognostizieren ist. Schuld daran sind zum einen die Marktenge (der Spotmarkt für Silber hat ein tägliches Handelsvolumen von nur ca. 11 Milliarden US-Dollar) und die unterschiedlichen Interessen, welche sich aufgrund der geringen Größe des Marktes relativ leicht umsetzen lassen. Es kann nächste Woche nochmal um 20 Prozent nach unten gehen, es kann aber auch eine Gegenreaktion von über zehn Prozent nach oben geben. Dementsprechend sind die Pfeile im Chart nur ein Anhaltspunkt und meine persöhnliche Meinung, Charttechnik ist in diesem Umfeld aber nicht das Non plus ultra.

Kategorien:Analysen, Finanzmärkte, Silbermanipulation Schlagworte: , , ,

Marktbreite des Prime Standard

22. September 2011 2 Kommentare

Marktbreite Prime Standard, 22.09.2011

Ich habe eben ein bißchen mit meinen Marktbreiteindikatoren experimentiert und aus Interesse die A/D-Line und den durchschnittlichen Drawdown vom Jahreshoch (avgDD%) jedes einzelnen Wertes im deutschen Prime Standard berechnen lassen.

Hier wird offensichtlich, warum es so wichtig ist, sich die Marktbreite anzusehen: im Mai haben wir ein Hoch der A/D-Linie erreicht, danach ging es kontinuierlich bergab, während sich der DAX seitwärts bewegte. Das ist ein ganz klar bearishes Signal: die meisten Einzelwerte wurden abverkauft. Das gleiche gilt für den avgDD% Indikator: als wir Anfang Juli am Jahreshoch gekratzt haben, waren die Aktien des Prime Standard durchschnittlich 16% von ihrem Jahreshoch entfernt (bei 84% bzw. 0,84).

Kategorien:Analysen

Ergebnisse des FOMC-Meetings

21. September 2011 Hinterlasse einen Kommentar

Hier eine kurze Übersicht über die Ergebnisse der heutigen Pressekonferenz der FED:

  • Wir werden für $400 Mrd langläufige Staatsanleihen kaufen und für $400 Mrd kurzfristige Anleihen verkaufen (Senkung der langfristigen Zinsen)
  • Der Leitzins wird bei 0,25% belassen
  • Die Abwärtsrisiken für die Konjunktur sind signifikant
  • Es wurden diverse Strategien diskutiert um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln
  • Die Inflation ist seit Jahresanfang rückläufig
  • Fällig werdende Immobilienkredite werden reinvestiert
  • Der Arbeitsmarkt ist weiterhin schwach, die Arbeitslosenrate steigt
Kategorien:Aktuelles
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